Schweiz - hugomosch07092017

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Schweiz

Wilhelm Tell vor dem Gesslerhut. Eine Radierung um 1790 von Henri Courvoisier-Voisin (1757–1830).

Als Satiriker in der Schweiz
(© 2012 Hugo Moschüring)

Gründung auf der grünen Wiese:

Die drei Waldstätte Uri, Schwyz und Unterwalden bilden den Kern der Alten Eidgenossenschaft. 1291 erneuerten sie im Anschluss an den Tod des römisch-deutschen Königs Rudolf I. von Habsburg ein älteres Bündnis, was heute mythologisch verklärt als «Gründung» der Alten Eidgenossenschaft gilt (→ Bundesbrief von 1291, → Rütlischwur). 1309 bestätigte König Heinrich VII. die Reichsunmittelbarkeit von Uri und Schwyz und bezog nun auch Unterwalden darin ein; die drei Waldstätten wurden einem königlichen Landvogt unterstellt. In der neueren Forschung wird die Privilegierung von 1309 als bedeutender Schritt hin zur späteren Bündnisbildung betrachtet,[1] die Bedeutung des Bundesbriefes hingegen wird als überschätzt angesehen.[2] Das Kernbündnis der drei Waldstätte in der heutigen Innerschweiz erweiterte sich schrittweise um weitere Partner, vor allem Reichsstädte im Schweizerischen Mittelland zwischen Rhein und Aare. Insbesondere die Bündnisse mit den Reichsstädten Zürich von 1351 und Bern von 1353, nachdem Bern den Laupenkrieg 1339 gewonnen hatte, trugen wesentlich zur machtpolitischen Festigung und territorialen Erweiterung bei, da die Städte über weite Untertanengebiete verfügten.

Vier Jahre Schweiz, eine Zeit, die mich für mein ganzes zukünftiges Leben prägen wollte ... Eine schöne, interessante, produktive und menschlich überzeugende Erfahrung.

„Es genügt nicht, wenn Literatur nur den Ist-Zustand schildert. Sie muss auch utopische Qualitäten haben.
Man muss daran erinnern, dass die Welt einmal schön war“ (Urs Widmer, der Autor von "Top Dogs").

Nun, in Zürich hat man immer schon gerne Kaffee und Kuchen gegessen, während die übrige Welt unterging ... und "St.Moritz", die Marke der Bilderberge, ist jetzt urheberrechtlich geschützt. Und einmal im Jahr treffen sich die Stützen der Weltgesellschaft zum Wohle der Weltgesellschaft in Davos, im Lande des Gesslerhutes ... Nun, die TeilnehmerInnen beugen ihr Rückgrat noch lange nicht vor jedem ... Nun, die Schweizer sind eben unverbesserliche Basis-Demokraten ... ruhend auf einer mehr als 800 Jahre zurück reichenden wertevollen Landesgeschichte, die beginnt mit Wilhelm Tell, seinem Sohn und einer unübertroffenen Obstwerbemassnahme.  

Ist die Welt nicht schön?
Nun, ausgehend von ca. 22 % im Jahr 1999 stieg der Wähleranteil der nationalkonservativen, rechtsgerichtete SVP (Schweizer Volkspartei): Bei den Nationalratswahlen 2015 wurde die SVP mit 29,4 Prozent stärkste Partei. Bei den Parlamentswahlen in der Schweiz liegt die rechtsgerichtete Schweizerische Volkspartei vorn.

In unserer Zeit gründeten die Urschweizerin Denise Kohler-Kull aus dem Kanton Nidwalden und ich das Kleinkunst-Duo "theadrett". Wir schrieben und inszenierten das hochdeutsch-switzerdüütsche Kabarettprogramm "isch öppis gsi?", das im Kellertheater "katakömbli", Bern, uraufgeführt wurde. Den schwitzerdüütschen Teil habe ich nie verstanden ...

Ausschnitte aus dem völkerunverständigen Programm "isch öppis gsi?" unter:
http://www.youtube.com/watch?v=5eusRhLmDAk

Zum Hungerkünstler Schweiz:
http://www.youtube.com/watch?v=cNdVo8KeEaM
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Vermessen wie ich immer bin, hier ein kurzer, aber sicher zutreffender Erfahrungsbericht zu meinen schweizer Irrfahrten, gedanklich und geographisch:

Die Schweizer und seit kurzem eben auch die Schweizerinnen, die Schweiz eben, sind ein selbstverliebtes, pseudopatriotisches Volk mit scheinriesenhaftem, durch keine eingebildete Realität gestütztem Selbstbewusstsein. Sie bekommen dreimal im Jahr ein Heft mit den Grundlagen zu "basisdemokratischen" Entscheidungen, das sie aufgeschreckt durchblättern. Danach nicken sie wieder ein, ob sie nun geblättert haben oder nicht.

Jedes Jahr gibt es hunderte von Büchern über die Schweiz von Schweizern. Sie werden nur von SchweizerInnen gelesen, die danach wieder einnicken ;). Daneben gibt es das ein oder andere Buch aus dem Ausland, vor allem für SchweizerInnen, die aus dem Ausland zurück reisen (müssen). als Ladenhüter.

Die Schweiz und ihre EinwohnerInnen, Körper und Geist, wurden von Herrn Schiller erfunden, warfen dann zu seinem Gedenken einen Stein in den Vierwaldstätter See, an dem sie die Touristen vorbeifahren, wenn sie denen die reale Sprungstelle vom virtuellen Tell zeigen wollen. All' die anderen Wirkungsstätten ihres Staatshelden von Schillers Gnaden lassen sie auch nicht aus, wie z.B. den apfeltragenden Baum in Altdorf, unter dem der völlig verunsicherte Staatsheldvater auf seinen Sohn schoss, der ihn dazu noch ermutigen musste. Wer war denn da der Held? Die Schweiz wurde von einem Deutschen Olympier gegründet, der auf völlig irreale Weise das Gehirn dieses Bergvolkes bis heute beherrscht und dadurch Ressentiment auf Ressentiment gegen das Schöpfungsvolk häuft. Gott sei Dank ist dieses Bergvolk von unüberwindlichen Bergen umgeben (glauben sie und hoffen wir ...).

Sie haben die beste Armee der Welt oder zielen sie an (Maurer), verehren einen General, der mit seinen Truppen auf die Alpengipfel geflüchtet wäre, wenn es damals, als die Schweizer für Hitler die Waffen lieferten und ihm freie Durchfahrt nach Italien zu seinem Regierungs-Kumpel gewährten, brenzlig geworden wäre ... ein volles Boot würde eben schnell kentern ... das Mittelland wäre geopfert worden ... die Juden sowieso ...

Sie diskutieren seit Jahren die Anschaffung von zehn oder zwölf gebrauchten Fluggeräten aus Norwegen, Schweden, Absurdistan oder sonst einem Land da oben oder Österreich, weil ... "beste Armee" eben ... Sie bewachen in lustig bunten Uniformen mittlerweile die Päpste. Das Geschäftsmodell ihres Wohlstandes beruht auf die Erstellung von Konkurrenzgesetzen eines autarken Staates zu seinen Nachbarländern zur Anlockung von Steuerkriminellen und afrikanischen Diktatoren ... Den USA gegenüber haben sie Zugeständnisse gemacht, angeblich weil die ihre supermoralisch agierenden schweizer Banken sonst abschaffen würden, in Europa verlassen sie sich auf Doppelbesteuerungsabkommen und das Wohlwollen des deutschen Finanzministers ... rechnen aber jederzeit mit der Kavallerie. In der Zwischenzeit spionieren sie deutsche Steuerfahnder aus.

Die "Basisdemokratie" hat es bisher nicht etwa geschafft, das Volk zu überzeugen, extreme Parteien nicht zu wählen (siehe Blocher, Brunner, Köppel (Die Weltwoche)), NEIN, sie hat es geschafft, die SVP, immer die Siegerin bei Wahlen, in demokratischer Weise abzudrängen und vorzugeben, sie total ignorieren zu wollen, das ist aber bei Herrn Blocher und NachfolgerInnen nicht so einfach.  Und wir ... legen noch eins drauf und laden Herrn Köppel regelmässig zu Talk Shows im deutschen Fernsehen ein ... auf dass er uns seine Basisdemokratie huldvoll erklären wolle, wir hängen an seinen Lippen ... iiigittt ... alles im Zeichen der ältesten Demokratie in Europa oder der Welt oder des Weltalls oder so ähnlich mit einer der grössten rechtsorientierten Partei, der SVP.

Übrigens: Satire können die SchweizerInnen nicht, auch nicht mit einem Sektglas in der Hand. Es ist auch ein Land, in dem eine der Amtssprachen nur sehr mangelhaft beherscht wird. Nun frage ich Sie, meine Damen und Herren, würden Sie als zukünftige Bundeskanzlerin Ihrem Volk eine Amtssprache zumuten, die es nicht beherrscht noch beherrschen könnte? ( oktroyiert, genau ...).

Ich habe gehört, dass schweizer Unternehmen einen Bewerber unbedingt vorziehen, wenn er den schweizer Wehrdienst abgeleistet hat oder eben dabei noch was geworden ist ... die tapfere Schweiz, vertraut auf ihre kriegserfahrenen Kämpfer ... jaja, sie hat sich in den letzten Jahrhunderten immer wieder zu Kriegen verkauft ... man denke nur an den Habsburger Flickenteppich und die Kriegsgreuel (siehe Schiller):

Die Schweiz ...  © 1300 Friedrich Schiller

Ich hatte es als Satiriker in der Schweiz nicht leicht, aber es gab ein deutsch-switzerdüütsches Kabarett Programm und dieser Urschweizerin, meiner Bühnen-Partnerin damals, bin ich sehr dankbar für diese Zeit. Dabei habe ich zahlreiche sehr vorteilhafte und liebenswerte Eigenschaften der SchweizerInnen kennen gelernt. Kabarett bildet ... und ist offen und ehrlich.
 
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