Erich Mühsam - hugomosch07092017

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Erich Mühsam

Obacht! Anarchie!
(Nein, ich werde nicht Wladimir Iljitsch Uljanow, alias Lenin, und sein Zitat zur Bahnsteigkarte zum besten geben, keine Diskussion über Ursprung und Kontext, besser vielleicht über Dekadenz und Political Correctness ...)

Wenn die IdeologInnen der Wirtschaftsform "Kapitalismus, Neoliberalismus" keine Angst haben vor dem "Mob der Zivilgesellschaft", lassen sie schon mal gönnerhaft eine ihnen genehme Staatsform, z.B. die "Demokratie",
eine Zeit lang gewähren. Solange sie ihnen nützt oder sie sie umbauen können oder sie ihnen zumindest nicht schadet. Ansonsten beissen die VertreterInnen dieser "Wirtschaftsform" schon mal -seit Jahrhunderten schon-
eine ihnen unangenehme Staatsform weg.

Wenn die VertreterInnen des "Kapitalismus" Angst haben, dann, ja, dann sollten wir -der "Mob der Zivilgesellschaft"- womöglich mal über "Faschismus" sprechen ...

"Die Menschen fallen, wenn die Aktien steigen ..."
In der unseligen, adolfisiensischen Zeit hiess das:
"Mehr Blut, mehr Profit!"
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John Maynard Keynes:
"2030 werden wir noch drei Stunden arbeiten am Tag."
Wenn er die komplexe, völlig willenlos-naiv-beeinflussbare Bauweise eines Menschen, die Macht der Vernetzung wissenschaftlicher Kulturen und den steigenden Einfluss der Rhetorik-Trainerinnen inklusive der systematischen Erzeugung von Fake-News zur Steigerung der Ausbeutung berücksichtigt hätte, wäre er zu folgendem Schluss gekommen:

Viele können oder wollen es sich nicht leisten, weniger zu arbeiten. Gehalt und Gewinne sollen gesteigert werden, so sagt es die GIER. Die Werbung verbündet sich mit dem NEID. Die Menschen lieben ihr Automobile und ihr Geld. Beides führt -global gesehen- nicht zur gesteigerten Lebensqualität ... aber lokal, bzw. individuell ... solange es geht, angeblich.

Und die Digitalität führt zu Algorithmen, d.h. zum Post-Faktizismus, der führt zu mehr GIER und zu mehr GELD bei kranken Gehirnen. Kranke Gehirne haben Konjunktur. Prüfen Sie sich doch einfach mal ab und zu selbst ... Pathologie oder Humanität? „Economic Possibilities for our Grandchildren“, ach, lieber John ... Schumpeter ...
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Die Räterepublik hat die MachtErgreifung Hitlers nicht gefördert! Ausserdem wäre es an der Zeit, den Begriff “Anarchie“ wieder einmal korrekt zu definieren!

Denise Kohler und Hugo Moschüring traten als Kleinkunstduo "theadrett" mit einer Hommage an Erich Mühsam in einem zweistündigen Programm in der Schweiz und in Höhenkirchen-Siegertsbrunn (D) auf. Sie lasen und vertonten seine Texte, sangen, inszenierten und spielten seine Texte, Gedichte und Lieder. Auch wenn es das Duo "theadrett" mittlerweile nicht mehr gibt, so hat Hugo ein Solo entwickelt, das dieses Werk auf Anforderung wieder auf die Bühne bringt ... einfach, weil ihm daran liegt ...
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Die Eheleute Erich Mühsam und Kreszentia Elfinger (Ein gemeinsamer Kampf)

"Vor Gott und Teufel nie die Waffen strecken"

Erich Kurt Mühsam, geboren am 6. April. April 1878 in Berlin, war engagierter politischer Aktivist, Anarchist mit Herz, unermüdlicher Publizist und Schriftsteller, scharfsinniger Kabarettist und Humorist. Nach engagierter politischer und publizistischer Tätigkeit, insbesondere dem Ideal eines herrschaftsfreien selbstverantwortlichen Sozialismus verpflichtet, wurde er von den Nationalsozialisten im KZ Oranienburg vor 81 Jahren ermordet. Seine Frau, Kreszentia Elfinger, genannt Zenzl, hatte es nicht immer einfach mit ihm. Sie starb am 16. März 1962 in Berlin, nachdem sie den Nachlass ihres Mannes unter grossen Schwierigkeiten veröffentlicht hatte.

Details aus seinem Leben und Schaffen wird er Ihnen mit seinen eigenen Worten erzählen, wie auch ansonsten nur er in der Veranstaltung zu Wort kommt. Erich Mühsam, einer der wenigen Schriftsteller, dessen Texte unvermindert aktuell sind, kämpfte auf vielfältige Weise mit seiner ganzen literarische Begabung und (über-)menschlichen Kräften für die Benachteiligten, die Armen und die "Unterschicht". Parallelen zur Gegenwart liegen auf der Hand. Wie er gelebt und gearbeitet hat, sagt er Ihnen deshalb am Besten selbst - wer könnte es treffender:

"An allen Früchten unbedenklich lecken; vor Gott und Teufel nie die Waffen strecken; Künftiges mißachten, Früheres nicht bereuen; den Augenblick nicht deuten und nicht scheuen; dem Leben zuschaun; andrer Glück nicht neiden;
stets Spielkind sein, neugierig noch im Leiden; am eigenen Schicksal unbeteiligt sein, das heißt genießen und geheiligt sein."

Sein Werk spiegelt diese Lebensregel wider. Nonsens, Satire, Zeitgeschichte, Gott, Liebe, Sympathie, Erotik und Sex sind die Themen seiner Prosa und Poesie, nicht zu vergessen, seine politischen Essays und zahlreiche Bilder, die er seiner Frau gewidmet hat. Erleben Sie den Menschen Mühsam, weniger den politischen Agitator, erleben sie seine bemerkenswerte und fesselnde Art, für Menschen und Menschlichkeit einzutreten:

"Verbrecher, Landstreicher, Huren und Künstler - das ist die Bohéme, die einer neuen Kultur die Wege weist."

Ein inniges Solidaritätsgefühl verbindet ihn, den Bohémien mit dem "Lumpenproletariat". Witz, Schwermut, Melancholie, Überheblichkeit und konsequente kritische Radikalität - er verschont uns nicht mit all' seinen widersprüchlichen Gefühlen, den Höhen und Tiefen seines Lebens. Er schildert seine Überheblichkeit und seine Selbstzweifel:

"Die Menschen lachen, die ich wecken wollte, als ob ein Mißton in die Lüfte rollte.
Es muß ein Sandkorn sein in der Posaune."

Rückgrat, der Mut zu Veränderungen und der Wille zur Verbesserung, stehen gegen Philistertum und Spiessigkeit in der Gesellschaft:

"Sich fügen, heisst lügen".

Es geht dabei weniger um die Biographie von Erich Mühsam, als um eine sehr subjektive und kurzweilige Zusammenstellung und Aufeinanderfolge seines literarischen und seines malerischen Lebenswerkes. Ein Anarchist, so nannte er sich selbst - keine Angst vor diesem Begriff -, der seiner Zeit und seinen Lebensumständen augenzwinkernd begegnete, hin- und hergerissen zwischen Revolution und Liebe, dessen eindringlichem Werk sich die Zuhörer und Zuhörerinnnen nicht entziehen können.

Erich Mühsam bereiste die Schweiz und lebte lange Zeit in München: Denise Kohler (Schweiz) und Hugo Moschüring (Höhenkirchen bei München) machen keinen Hehl um den grossen Respekt, den sie diesem Menschen, seinem Werk und seiner Frau Zenzl entgegenbringen. Sie haben Gedichte vertont und in Szene gesetzt, lassen Erich Mühsam erzählen und zeigen auch die Aktualität seiner Texte, Gedichte, Gedanken und Bilder für unsere Hartz IV-Gegenwart auf.

Ich lade Sie ein zu meinem Solo-Programm mit Erich Mühsam, vielleicht der Beginn einer langen Freundschaft mit diesem Schriftsteller und seinem Werk.
 
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